Grundlagen der Anthropofonetik

Die Ausbildung fußt auf einem breiten musiktherapeutischen Wissen, so der Licht- und Tontherapie von Werbeck-Svärdström, Prof. Hermann Pfrogner, Elementen von Maria Führmann und einer Reihe von anderen anthroposophischen Sängern bzw. Forschern. Zusammen mit der geisteswissenschaftlich medizinischen Anschauung der Wirbelsäule durch Alfred Baur, durch Bewegungen, die aus der Eurythmie, Heileurythmie und dem Wissen der Rhythmischen Massage eine Metamorphose durchmachen, entsteht eine völlig neue Heilmethode in der Anthropofonetik. Dazu gibt es eine umfassende Formlehre.

Im Gegensatz zur Chirophonetik werden die Laute in der Anthropofonetik ausnahmslos gesungen. Während also in der Chirophonetik immer die Laute gesprochen und die Formen dazu auf den Leib, vor allem den Rücken, gestrichen werden, singt die behandelnde Person bei der Anthropofonetik zu den Intervallformen. Die Behandlung kann am liegenden und am sitzenden Patienten vollzogen werden. In beiden Fällen fordert sie eine umfassende Ausbildung der Stimme.

Medizinische Grundlagen

Gegenüber der musikalischen Seite wird intensiv an der Medizin gearbeitet, so wie sie von Dr. Rudolf Steiner mit Dr. Ita Wegmann begründet wurde und von den Schülern fortgesetzt wird. Die meisten dieser Bücher werden v.a. in der Ausbildung für Ärzte intensiver behandelt, bilden aber auch das Rückgrat für die Therapeutenausbildung.

Grundlegende Werke, die zur Ausbildung gehören sind:

  • Rudolf Steiner, Ita Wegmann: Grundlegendes zur Erweiterung der Heilkunst
  • Alle medizinischen Vorträge von Rudolf Steiner
  • Otto Wolff, Friedrich Husemann: Das Bild des Menschen Band 1-3
  • Henning Schramm: Märchen und Heilmittel
  • Alla Selawry: Metallfunktionstypen
  • Peter Selg: Physiologische Menschenkunde, Pathologie und Therapie, Vom Logos menschlicher Physis
  • Matthias Girke: Innere Medizin
  • Volker Fintelmann: Intuitive Medizin – Anthroposophische Medizin in der Praxis
  • Johannes W. Rohen: Morphologie des menschlichen Organismus
  • Lothar Vogel: Der dreigliedrige Mensch
  • Alfred Baur: Lautlehre und Logoswirken
  • Sämtliche Vorträge Rudolf Steiners zur Eurythmie und Heileurythmie
  • Renate Thomas: Anatomie für Heileurythmisten
  • Diverse andere Autoren wie Olaf Koop usw.

Grundlagen aus dem Gesang

Der Hauptlehrer der Schule der Stimmenthüllung, Wolfgang Strübing (so von Jürgen Schriefer ausgesprochen) hat dem Begründer den Auftrag gegeben, die Gesangschulung von Werbeck-Svärdström weiter zu entwickeln. Dies wurde vollzogen und 2006 in der „Schule der Stimmläuterung“ begründet.

Grundlagen aus der Eurythmie

Ebenso wird die Eurythmie in ihren Grundgebärden in Laut (Vokale und Konsonanten), in Planeten- und Tierkreisgebärden gelernt. Metamorphosiert tritt dann die Eurythmie an den Menschen heran in den Bewegungen, die auf dem Rücken und dem Leib ausgeführt werden.

Musiktherapeutischer Hintergrund

Die Ausbildung fußt dabei auf einem breiten musiktherapeutischen Wissen, so der Licht- und Tontherapie von Werbeck-Svärdström, Prof. Hermann Pfrogner, Elementen von Maria Führmann und einer Reihe von anderen anthroposophischen Sängern bzw. Forschern.

Fallbeispiel II

Schulmedizinische Diagnose und Verlauf

Eine 62jährige bislang gesunde Frau wurde am 28.3.2012 mit einem Ileusbild (Darmverschluß)  und akutem Abdomen (starke Schmerzen bei hartem Bauch) stationär aufgenommen und  im Rahmen einer Notoperation reseziert (Diskontinuitätsresektion nach Hartmann). Intraoperativ fand sich als Ursache des Ileus ein stenosierendes Sigmakarzinom. Die Tumorformel war wie folgt: pT4a N2b (13/24) L1 V1, G2, R0 M0. Nach Rekonvaleszenz wurde eine adjuvante Chemotherapie nach dem XelOX Schema von April bis September 2012 durchgeführt.

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Anthropofonetik

Grundlegend für die Anthropofonetik ist das Welt- und Menschenbild Rudolf Steiners – die Anthroposophie – welches praktisch in der Anthropofonetik umgesetzt wird. Zu gleichen Teilen sind dabei Rhythmische Massage (Hauschka/Wegmann) und Gesangtherapie (gegeben von Valborg Werbeck-Svärdström) beteiligt. Ausgangspunkt ist der Unterricht, den Werbeck-Svärdström dem anthroposophischen Schularzt Dr. Eugen Kolisko in Heilgesang gab. Kolisko konnte diese Methode durchdringen und gab dem Werk „Die Schule der Stimmenthüllung“ einen wichtigen Teil des medizinischen Rückgrates (seinen Niederschlag findet dies in dem Schlusskapitel des Buches von Werbeck-Svärdström: „Die Schule der Stimmenthüllung“). Es ist überliefert, dass es die Absicht und der Wunsch von Frau Werbeck-Svärdström war, Dr. Ita Wegmann im Gesang zu unterrichten. Sie hielt 80% aller Krankheiten für Atemprobleme und prognostizierte, dass viele Krankheiten nur noch durch den Gesang zu heilen seien. Durch den zeitigen Tod von Ita Wegmann kam es nicht zu diesem Unterricht.

Der von Werbeck-Svärdström für die Leitung der „Schule der Stimmenthüllung“ eingesetzte Jürgen Schriefer bat den späteren Begründer der Anthropofonetik, Atmani, einen Schritt zu vollziehen, zu dem er selbst nicht mehr die Kraft hatte: ein Treffen mit Dr. Alfred Baur, dem Begründer der Chirophonetik. Dieses Treffen fand im März 2000 in Österreich statt. Bei diesem Treffen übergab Alfred Baur Formen an Atmani, die auf den Rücken zu streichen und dabei mit Gesang zu erfüllen sind.

Atmani hatte 11 Jahre bei Wolfgang Strübing (Berlin) Unterricht in Gesang. Davor hatte er drei Jahre Unterricht bei Monika Mayr, heute Dozentin für Gesang an der Hochschule für Waldorfpädagogik in Stuttgart. Seine schon seit der Schulzeit begonnenen Studien in Musik und Komposition fanden eine deutliche Vertiefung und Erweiterung in seiner Zeit am Tschaikowsky-Konservatiorium im Moskau, wo er bei namhaften Professoren (Prof. Konstantin Batachov und Prof. Yuri Khalopov) Unterricht nahm.

Die Anthropofonetik kann auch bei schweren Erkrankungen Einsatz finden.

Das große Vermögen der Anthropofonetik ist es, in den Wesensgliedern zu harmonisieren bis in den physischen Leib hinein, der aus einer Vielzahl an Strömungen (wie z.B. den sechs Strömen, die den Leib bilden[1]) aufgebaut ist. In all diesen Strömen der Lebensprozesse und Organbewegungen herrscht ein sehr feines Gleichgewicht, was den Menschen gesund erhält, ein harmonischer Zusammenklang

Die Stimme spielt bei dieser Methode eine wichtige Rolle, durch sie werden Töne, Intervalle und Laute dem zur Behandlung kommenden Menschen zugeführt. Der Mensch wird mit der Sphäre der Töne und Laute verbunden, aus der ihm dann die gesundenden und aufbauenden Kräfte wieder zuströmen können.